St. Markus Kirche

Die dem heiligen Markus geweihte Pfarrkirche stammt in ihrer jetzigen Form aus dem Jahre 1824. Die Kosten für den Bau aus dem Jahr 1824 hatte das Großherzogtum Baden als Rechtsnachfolger des Hochstiftes zu Würzburg und des Deutschorden von Mergentheim zu tragen. Die Kirche St. Markus ist im Weinbrenner-Stil erbaut.
In den Jahren 1977 -– 1979 wurde eine Gesamtrenovation der St.-Markus-Kirche vorgenommen und erweitert. Die Kirche fasst ca. 400 Personen.

Ausstattung

Der Hochaltar stammt aus der Pfarrkirche Büchig bei Bretten. Dieser wurde 1774/1775 vom Bruchsaler Schreiner Wolfgang Weinspach unter dem Titel: „Invento sanctae crucis“ – Kreuzauffindung geschaffen. Die Statuen im Chorraum stammen vom Bruchsaler Bildhauer Michael Saas und zeigen:

links: Hl. Helena, Mutter von Konstantin dem Großen
rechts: Moses mit Stab und Gebotstafeln

Antependium (Verkleidung des Altarunterbaus): Bischof Macarius lässt von kranker Frau die drei Kreuze berühren und Sie wird sofort von ihrem Leiden befreit.

Retabel (Altaraufsatz): enthielt in Büchig ursprünglich Kreuz mit Korpus und ist heute Ölgemälde mit Auferstandenem. Das Bild stammt aus dem vor 1949 aufgestellten Hochaltar der Pfarrkirche von Unterbalbach.

Tabernakel: Lamm Gottes auf dem Buch mit sieben Siegeln

Zelebrationsaltar und Ambo: Aufbau und Entwicklung von der Firma Frido Lehr aus Karlsruhe in Bronze und Marmor aus dem Jahr 1981. Der Altar wurde am 11. März 1984 durch Bischof Dr. Dominik Kalata zu Ehren des Heiligen Markus konsekriert (geweiht). Dabei wurden auch Reliquien der heiligen Märtyrer Justinus und Gratilla eingeschlossen.

Der Taufstein in Form eines Kelches stammt aus dem Jahr 1631 und ist mit den Wappen der damaligen Ortsherren dem Hochstift zu Würzburg und Deutscher Orden ausgestattet. Auf Initiative von Pater Stephan Senft wurde im Jahr 2002 vom Künstler Paul Brandenburger aus Berlin eine neue Bronzeabdeckung geschaffen.

Seitenaltar links: Assumptio Mariä – Mariä Himmelfahrt
Seitenaltar rechts: Kirchenpatron Hl. Markus, Evangelist, auf einem Löwen sitzend. Das Bild ist von Waldemar Kolmsperger aus München und stammt aus dem Jahr 1893.

An der linken Chorwand über dem Eingang zur Sakristei: spätgotische Madonna mit Kind. Sie stammt wohl aus der Werkstatt des berühmten Holzbildhauers Tilmann Riemenschneider. Diese Madonna hat eine interessante Geschichte zu erzählen. Zur ausführlichen Literatur dieser doch wechselhaften Begebenheit empfehlen wir die Seiten 183 – 185 des Heimatbuches von Oskar Deckert (Historische Betrachtung der Entwicklung des Tauber- und Balbachtales).
Rechte Chorwand: Holzrelief „Tod Mariens“ (es stammt aus der alten Kirche)

Kirchenschiff

Portalfenster:
links Hl. Andreas, Apostel
rechts Hl. Johannes, Apostel und Evangelist

Linke Seitenwand:
Kruzifix (war einst an der Chorwand über dem 1949 geänderten Hochaltar) begleitet von den Aposteln Petrus und Paulus aus dem Jahr 1800
Hl. Markus, Kirchenpatron mit Feder, Schriftrolle und einen Löwenkopf zu Füßen
Hl. Laurentius, Erzdiakon, Märtyrer, gest. 258
Empore: Hl. Barbara Märtyrerin, gest. 306
Rückwand: Hl. Agatha Märtyrerin, gest. 250 in Catania auf Sizilien

Rechte Seitenwand:
Kanzel im Stil der Seitenaltäre (Ende 19. Jahrhundert)
Statuen:
Hl. Wendelinus, Einsiedler und Mönch um 570
Hl. Valentin, Bischof in Rom – Terni
Empore: Johannes der Täufer
Rückwand: Hl. Nepomuk, Märtyrer ,1393 in Prag ertränkt

Rückwand unten:
Pieta, ca. 1750 vor
Immaculata – Maria – „Unbefleckte Empfängnis“ ca. 1920
Kreuzweg Ende 19. Jahrhundert.

Turmeingang:
Hl. Sebastian, röm. Offizier, Märtyrer um 350
Links: gotisches Fenster 1978 freigelegt
Rechts: zwei Sakramentsnischen von 1631, die in der damaligen Kirche zur Aufbewahrung des Allerheiligsten dienten.

Turmnische außen:
Kirchenpatron St. Markus, Nachbildung der hölzernen Statue im Innern der Kirche, die früher an dieser Stelle stand. Sie wurde 1998/99 als Stiftung des „Caritativen Vereins“ vom Assamstadter Künstler Elmar Göbel in rotem Sandstein geschaffen.

Orgel

Die Orgel wurde im Jahr 1891 erbaut. Sie hat ein mechanisches Werk mit 2 Manuale und 16 Registern. Am 7. Juni 1891 wurde die Orgel das erste Mal in Betrieb genommen. Zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 1992 wurde die Orgel generalrestauriert und in einem Gottesdienst am 18. November 1992 von Dekan Elmar Landwehr Lauda, geweiht. Hauptorganist ist seit 1975 Berthold Diez.

Glocken

Das jetzige Geläut stammt aus dem Jahr 1959. Die Glocken wurden in der Glockengießerei F. Schilling, Heidelberg gegossen. Die Glockenweihe fand am 2. August 1959 statt. Jede Glocke hat einen eigenen Namen und einen bestimmten Ton:

1. Glocke „St. Markus“; 1000 kg; Ton F
2. Glocke „Christkönig“; 800 kg; Ton G
3. Glocke „Maria“; 500 kg; Ton B
4. Glocke „Josef“; 360 kg; Ton C
5. Glocke „Seliger Bernhard von Baden“; 250 kg Ton D

Weitere Informationen zu den Glocken sind >> HIER zu finden.

(Weitere Informationen sind aus Kapitel XIX Religiöse Entwicklung in Unterbalbach im Heimatbuch Seite 238 bis 252 ersichtlich)