St. Markus Kirche


Die dem heiligen Markus geweihte Pfarrkirche stammt in ihrer jetzigen Form aus dem Jahre 1824. Die Kosten für den Bau aus dem Jahr 1824 hatte das Großherzogtum Baden als Rechtsnachfolger des Hochstiftes zu Würzburg und des Deutschorden von Mergentheim zu tragen. Die Kirche ist im Weinbrenner-Stil erbaut. Die letzte Generalsanierung der St.-Markus-Kirche fand von 2015 – 2018 statt. Die Kirche fasst annähernd 400 Personen im Hauptraum und auf der Empore.

Ausstattung

Der Hochaltar stammt aus der Pfarrkirche Büchig bei Bretten. Dieser wurde 1774/1775 vom Bruchsaler Schreiner Wolfgang Weinspach unter dem Titel: „Invento sanctae crucis“, Kreuzauffindung, geschaffen. Die Statuen im Chorraum stammen vom Bruchsaler Bildhauer Michael Saas und zeigen:

links: Hl. Helena, Mutter von Konstantin dem Großen
rechts: Moses mit Stab und Gesetzestafeln

Antependium (Verkleidung des Altarunterbaus): Bischof Macarius lässt von kranker Frau die drei Kreuze berühren und sie wird sofort von ihrem Leiden befreit.

Retabel (Altaraufsatz): enthielt in Büchig ursprünglich ein Kreuz mit Korpus und wurde ausgetauscht gegen ein Ölgemälde mit Auferstandenem. Das Bild stammt aus dem vor 1949 aufgestellten Hochaltar der Pfarrkirche von Unterbalbach.

Tabernakel: Lamm Gottes auf dem Buch mit sieben Siegeln

Zelebrationsaltar und Ambo: Aufbau und Entwicklung von der Firma Frido Lehr aus Karlsruhe in Bronze und Marmor aus dem Jahr 1981. Der Altar wurde am 11. März 1984 durch Bischof Dr. Dominik Kalata zu Ehren des Heiligen Markus geweiht. Dabei wurden auch Reliquien der heiligen Märtyrer Justinus und Gratilla eingeschlossen.

Seitenaltar links: Assumptio Mariä – Mariä Himmelfahrt
Seitenaltar rechts: Kirchenpatron Hl. Markus, Evangelist, auf einem Löwen sitzend. Das Bild ist von Waldemar Kolmsperger aus München und stammt aus dem Jahr 1893.

Kirchenschiff

Portalfenster:
links Hl. Andreas, Apostel
rechts Hl. Johannes, Apostel und Evangelist

Linke Seitenwand:
Kruzifix (war einst an der Chorwand über dem 1949 geänderten Hochaltar) begleitet von den Aposteln Petrus und Paulus aus dem Jahr 1800
Hl. Markus, Kirchenpatron mit Feder, Schriftrolle und einen Löwenkopf zu Füßen
Hl. Laurentius, Erzdiakon, Märtyrer, gest. 258
Empore: Hl. Barbara, Märtyrerin, gest. 306
Rückwand: Hl. Agatha, Märtyrerin, gest. 250 in Catania auf Sizilien

Rechte Seitenwand:
Kanzel im Stil der Seitenaltäre (Ende 19. Jahrhundert)
Statuen:
Hl. Wendelinus, Einsiedler und Mönch um 570
Hl. Valentin, Bischof in Rom – Terni
Empore: Johannes der Täufer
Rückwand: Hl. Nepomuk, Märtyrer, 1393 in Prag ertränkt

Der Taufstein in Form eines Kelches stammt aus dem Jahr 1631 und ist mit den Wappen der damaligen Ortsherren dem Hochstift zu Würzburg und Deutscher Orden ausgestattet. Auf Initiative von Pater Stephan Senft wurde im Jahr 2002 vom Künstler Paul Brandenburger aus Berlin eine neue Bronzeabdeckung geschaffen.

Der Taufstein hat während der Renovierungsmaßnahmen der Jahre 2016-18 einen neuen Platz auf der Mittelachse des Kirchenschiffs gefunden, im Anschluss an den Eingangsbereich. Er bildet zugleich den Mittelpunkt eines neu entstandenen Andachtsbereichs rechts mit einer Pieta auf einer filigranen Stele. Links vom Taufstein wiederum befindet sich eine Kapelle für Gottesdienste in kleinen Gruppen.

Turmeingang:

Rechts eine spätgotische Madonna mit Kind, die wahrscheinlich aus der Werkstatt Tilman Riemenschneiders stammt.

Darunter zwei Sakramentsnischen aus dem Jahr 1631, die in der damaligen Kirche zur Aufbewahrung des Allerheiligsten dienten.

Links: gotisches Fenster, freigelegt 1978.

 

Turmnische außen:

Kirchenpatron St. Markus, Nachbildung der hölzernen Statue im Innern der Kirche, die früher an dieser Stelle stand.

Orgel

Die Orgel wurde im Jahr 1891 erbaut. Sie hat ein mechanisches Werk mit 2 Manuale und 16 Registern. Am 7. Juni 1891 wurde die Orgel das erste Mal in Betrieb genommen. Zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 1992 wurde die Orgel generalrestauriert und in einem Gottesdienst am 18. November 1992 von Dekan Elmar Landwehr Lauda, geweiht. Hauptorganist ist seit 1975 Berthold Diez.

Glocken

Das jetzige Geläut stammt aus dem Jahr 1959. Die Glocken wurden in der Glockengießerei F. Schilling, Heidelberg gegossen. Die Glockenweihe fand am 2. August 1959 statt. Jede Glocke hat einen eigenen Namen und einen bestimmten Ton:

1. Glocke „”St. Markus”“; 1000 kg; Ton F
2. Glocke „”Christkönig”“; 800 kg; Ton G
3. Glocke „”Maria”“; 500 kg; Ton B
4. Glocke “„Josef”“; 360 kg; Ton C
5. Glocke „”Seliger Bernhard von Baden”“; 250 kg Ton D

Im Zuge der 2016 durchgeführten Sanierung der Läuteanlage wurde eine aus dem 16. Jhdt. erhaltene historische Glocke in das Geläute integriert. Sie stammt aus der Werkstatt Christof Glockengieser/ Nürnberg und hängt nun zusammen mit dem fünfstimmigen Geläute an Holzjochen im neuen Eichenholzglockenstuhl.

Weitere Informationen zu den Glocken sind >> HIER zu finden.

(Weitere Informationen sind aus Kapitel XIX Religiöse Entwicklung in Unterbalbach im Heimatbuch Seite 238 bis 252 ersichtlich)